Rockabilly als Street Wear

Manche Trends werden zum Klassiker und mache kommen immer wieder. So ist das auch mit Rockabilly. Was in den 50er Jahren eine Jugendbewegung war, die vor allem im Rock’n’Roll-Bereich zu finden war, wuchs bald zu einem Genre an. Bill Haley und Buddy Holly zählten dazu, manche sahen auch den frühen Elvis als einen Teil der Bewegung an. Mit der Musik entwickelte sich damals auch eine Mode, die die Arbeitskleider der Farmer plötzlich in neuen Zusammenhang setzte. Jeans waren nicht mehr nur Arbeitshosen der Cowboys, sondern wurden sogar von Frauen getragen. Die karierten Hemden mit den klassischen Texas-Schulterpassen wurde hochgekrempelt, und Stars wie James Dean machten den Trends zum Massenphänomen.

In den 1990er Jahren wurde Rockabilly wiederentdeckt und fand Gefallen bei alten und jungen Fans. Bands wie die Stray Cats nahmen alte Songs neu auf. Und Modelabels wie Rumble59 nahmen diese Strömung auf und schufen umfangreiche Kollektionen. Dazu gehört die Jeans mit umgestülpten Aufschlägen, das enganliegende Kleid für Frauen, die Jeansweste – meistens alles in dunklem Denim gehalten. Die Collegejacke ist natürlich auch ein Relikt der alten Rock’n’Roll-Tage, wird heute aber eigens als Modestück angefertigt.

Längst sind es nicht mehr nur die Rockabilly-Fans, die sich der Kollektionen bedienen. Street Wear ist heute ein Mix aus verschiedenen Strömungen. Pomade ist heute wieder in, wir aber auch von Skateboardern benutzt. Lederjacken sind Symbol der Motorradfans und der Rockabilly-Gemeinde. Letztlich sind moderne Modefirmen Geschichtenerzähler, die uns das Gefühl geben, für einen Moment mit den Kleidern die wir tragen dem Alltag zu entfliehen. Streetwear ist für denen einen Ausdruck des Individuellen, für den anderen aber auch eine Art der Verkleidung. Wir kleiden uns heute als Rockabilly-Fan und morgen im Urban Fashion Stil.

Erlaubt ist was gefällt, mag man meinen, wenn es um die Neu-Verwendung der Rockabilly Mode geht, aber es ist eher eine Neudefinition: Heute richtet man sich neue Zielgruppen, die damals noch gar nicht auf der Welt waren. Sie verwenden die Kleidung, aber nicht die Kultur.